Das große Geheimnis von Weihnachten

Kantorin Valerie HundtLiebe Gemeinde,
Türen können ja so verschieden sein:
große und kleine, schwere und ganz zarte. Die vertraute Haustür, das große schwere Scheunentor, die kleine Gartentür, die Tür zur Schule, unsere Zimmertüren zu Hause und viele mehr.
So viele verschiedene Türen gibt es! Und doch haben sie alle etwas gemeinsam:
alle diese Türen können wir verschließen oder fest zuschließen, und alle diese Türen können wir öffnen. Beides hat etwas für sich, was meint Ihr!

Ist es nicht gut, dass wir unsere Haustür oder Zimmertür auch mal schließen können. Dann machen wir deutlich: wir brauchen jetzt mal unsere Ruhe, wir sind müde von der Schule oder von der Arbeit oder so und wir möchten uns jetzt erholen. Wenn jemand was von uns will, der soll anklopfen.

Oder: Meine Zimmertür, meine Haustür steht weit auf. Dann bin ich zwar allein, aber ich wünsche mir, dass jemand reinschaut und Lust hat, mit mir zu erzählen.

Wenn wir selbst entscheiden können, wann eine Tür in unserem Leben offen oder geschlossen ist, dann ist das toll!, dann fühlen wir uns wohl damit. Was wir in unserem Leben mit offenen oder verschlossenen Türen erleben, kann ganz verschieden sein.

Am 1. Advent stehen wir vor einer besonderen Tür. Diese Tür – so stelle ich mir vor – ist leicht geöffnet und hindurch fällt ein heller Schein. Ich bin neugierig und gespannt: Was erwartet mich wohl hinter dieser Tür? Was gibt es dort zu sehen und zu erleben? Wem werde ich da begegnen? Ein helles, warmes Licht kann ich sehen, etwas ganz Geheimnisvolles verbirgt sich hinter der Tür. Öffnen wir die Tür dann einen kleinen Spalt und lucken vorsichtig hindurch, dann sehen wir: der Advent ist eine wunderbare und geheimnisvolle Zeit. Jetzt haben wir allen Grund uns zu freuen!

Advent heißt: Gott kommt zu uns Menschen! In dem Psalmgebet zum 1. Advent (Psalm 24) beten wir miteinander: Der König der Ehre zieht ein, stark und mächtig. Groß, stark, mächtig und prachtvoll, so wird Gott beschrieben. Und dann kommt alles anders, ganz überraschend: Nicht als großer, starker König kommt Gott zu uns, sondern klein und hilflos und schwach: in dem neugeborenen Jesuskind kommt Gott zu uns in diese Welt. Das ist das große Geheimnis von Weihnachten! Dieses Geheimnis schimmert heute schon durch diese Tür am 1. Advent.

Von dem bekannten Adventslied „Macht hoch die Tür“ mag ich besonders folgende Strophe gerne:
Komm, o mein Heiland, Jesus Christ.
Meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein.
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit.
Den Weg zur ewgen Seligkeit.
Den Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehre.

Uns allen eine gesegnete, behütete und lichtvolle Adventszeit.
Möge sich auch unsere Herzenstür öffnen, DEM entgegen, DER da kommt.

 

Ihre Kantorin
Valerie Hundt

 

 

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